Laminat als Material für Fußbodenbeläge erfreut sich weltweit großer Beliebtheit – allein in Europa produzierten die Hersteller im Jahr 2010 etwa 400 Millionen Quadratmeter des Bodenbelags. In der Regel bestehen die Laminat-Paneele aus vier Schichten: Die oberste Lage sorgt für die Abriebfestigkeit des Materials und ist aus klebstoffgetränktem Papier gefertigt. Unter dieser transparenten Schicht liegt das Dekor – dieses verleiht dem Fußboden die gewünschte Optik. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um Papier, das mit einem bestimmten Motiv bedruckt wurde, das beispielsweise das Erscheinungsbild verschiedener Holzarten nachahmt. Auch die Imitation von Fliesen- oder Steinböden ist verbreitet. Die dritte Lage des Paneels ist die Trägerplatte, die in der Regel aus Holzfaserwerkstoffen (HDF oder MDF) besteht. In diese Schicht werden Profile gefräst, die die einfache Verlegung mittels eines “Klick-Systems” ermöglichen – die Laminatpaneele müssen so nicht miteinander verklebt werden. Die unterste Kunststoff-Schicht des Laminats dient dazu, einen Gegenzug zu bilden, der die Verformung des Materials durch erhöhte Beanspruchung verhindert. Einige Hersteller fügen ihren Produkten noch eine integrierte Trittschalldämmung als fünfte Schicht hinzu – ist dies nicht der Fall, muss diese Dämmung separat erworben und verlegt werden, um die Trittlautstärke zu verringern.
Die Pflege von Laminatfußböden gestaltet sich verhältnismäßig einfach. Verschüttete Flüssigkeiten können im Gegensatz zum Teppich einfach mit einem Lappen weggewischt werden. Allerdings sollte dies schnell geschehen: Dringt die Flüssigkeit in die Fugen des Laminats ein, so können irreparable Verformungen die Folge sein – hier hilft nur noch ein Austausch der betroffenen Paneele. Die Entfernung von Staub ist auf harten Parkett- oder Laminatböden hingegen kein Problem: Die Staubpartikel liegen lose auf und setzen sich nicht fest, wie es bei Teppichboden der Fall ist. Für die Reinigung harter Bodenbeläge empfehlen Experten den Staubsauger, da dieser den Staub im Gegensatz zur Besenreinigung nicht aufwirbelt. Allerdings sollte darauf geachtet werden, die Bürsten des Staubsaugers auszufahren, da ansonsten Kratzer im Parkett oder im Laminat entstehen können.
Auch ein Wischen des Laminats ist möglich, wobei aus den genannten Gründen keine tropfnassen Lappen verwendet werden dürfen. In den Pflegehinweisen der Hersteller findet sich häufig die Information, “nebelfeuchte” Tücher zu verwenden. Der Lappen sollte demnach gut ausgewrungen werden, bevor er mit dem Fußboden in Berührung kommt. Tabu sind Haushaltsreiniger, die Lösungsmittel enthalten, da diese den Boden angreifen können. Zur Entfernung von einzelnen Flecken ist klares Wasser meist völlig ausreichend.
Laminat wird in verschiedene Beanspruchungsklassen eingeteilt, die die Eignung für private oder gewerbliche Räumlichkeiten kennzeichnen. Für Wohnbereiche mit normaler Beanspruchung empfiehlt sich die Nutzungsklasse 22, Räume mit geringerer Nutzung – beispielsweise Gästezimmer – können auch mit Laminat der Klasse 21 ausgelegt werden. Für den gewerblichen Bereich sollten die Paneele mindestens die Nutzungsklasse 31 aufweisen, für besonders stark frequentierte Bereiche empfiehlt sich hingegen die Klasse 33. Der Verbraucher sollte vor der Verlegung eine eingehende Beratung durch einen Fachhändler in Anspruch nehmen.