Ehe die Entscheidung fällt, welche Fliese sich für das heimische Bad am besten eignet, ist es sinnvoll, sich über die verschiedenen Materialien zu informieren. So besteht der Scherben (das Grundmaterial) bei Steingutfliesen aus einem eher porösen Material, das sich gut verarbeiten lässt, und nimmt mit 20 % relativ viel Wasser auf. Hingegen verfügen Steinzeugfliesen mit unter 3 % über eine geringere Wasseraufnahme, sind aber ebenso ausschließlich für den Innenbereich einsetzbar. Die besonders widerstandsfähigen und frostsicheren Feinsteinzeugfliesen gibt es in folgenden Ausführungen: Das am meisten verkaufte Material ist glasiertes Feinsteinzeug. Hier ist für die Qualität der Fliesen ausschlaggebend, wie hochwertig die Glasur ausfällt. Zu günstigen Preisen ist unglasiertes Feinsteinzeug erhältlich – z. B. in Pfeffer-Salz-Optik. Als unglasiertes Feinsteinzeug werden auch Imitate von Marmor oder Granit gehandelt – das Material gilt als hochwertig und soll Naturstein in nichts nachstehen.
Für durchgefärbtes Feinsteinzeug ist seine ausgeprägte Glasur charakteristisch – wobei der Grundkörper der Glasurfarbe entspricht. Anders als bei unglasiertem Feinsteinzeug ist diese Art von Fliese nicht durchgehend gemasert oder marmoriert. Ferner gibt es poliertes und teilpoliertes Feinsteinzeug auf dem Markt. Bei den polierten Qualitäten wird die gebrannte Fliese in mehreren Stufen auf Hochglanz poliert. Der Fachausdruck für teilpoliertes Feinsteinzeug lautet Lappato. Bei dieser edlen Variante der Fliese ist die Oberfläche nur leicht anpoliert. Dies führt zu besonders interessanten Effekten wie zart glänzenden Oberflächen. Auch weist teilpoliertes Feinsteinzeug eine höhere Rutschhemmung auf und ist leichter zu pflegen. Generell wird bei der Fliesenproduktion jede einzelne Platte maschinell und durch Sichtkontrolle auf Fehler überprüft. Unterschieden wird die 1. Wahl mit Fliesen, die den festgelegten DIN-Normen entsprechen und sowohl optisch als auch technisch fehlerfrei sind. Fliesen 2. Wahl weisen unterschiedliche Mängel wie Fehler in der Glasur sowie Formatabweichungen u. ä. mehr auf.
Der Einfallsreichtum beim Design von Fliesen ist unerschöpflich. So gibt es beispielsweise Spaltplatten in Farbe und Struktur von rotem Klinker. Fliesen in cognacbrauner Schlangenhaut-Optik zählen zu den ausgefallenen Entwürfen und kosten pro Quadratmeter rund 21,90 Euro (Stand: November 2011). Glänzende Wandfliesen in der Blau-Nuance Azur wirken hingegen mediterran und werden zu einem Preis von 18,90 Euro pro Quadratmeter verkauft. Schlichte Fliesen in Weiß oder Pastell lassen sich von geschickten Heimwerkern selbst verlegen. Fliesenbordüren z. B. als Abschlusskante können den Gesamteindruck optisch verschönern. Es gibt sowohl keramische Bordüren als auch Mosaikbordüren sowie Metall-, Naturstein oder Glasbordüren. Auch einzelne Dekorfliesen lassen sich in eine geflieste Wand oder einen Fliesenboden integrieren. Beliebt sind Glasbordüren aus getrommelten, zweireihig angeordneten Mosaiksteinen.
Wer eine oder mehrere beschädigte Fliesen ersetzen muss, kann sich online bei Spezialanbietern für Wand- und Bodenfliesen umsehen. Manche haben Ersatzfliesen ab 1950 auf Lager und können auch Raritäten in verschiedenen Qualitäten anbieten. Alte Fliesen z. B. mit floralem Jugendstilmuster lassen sich auch ersteigern, bemalte Fliesen können häufig ebenfalls geliefert werden.